Montafon Arlberg Marathon 01.07.2017

von Britta Wellner

Der Montafon Arlberg Marathon führt von Silbertal in Vorarlberg nach St. Anton in Tirol. Wir (Sabine, Margarete und ich) haben uns in St. Anton einquartiert, da perfekt mit der Bahn erreichbar, Unterkunft, Speis und Trank in allen Variationen vorhanden und für den Transport zum Start auch gesorgt ist.

Pünktlich um 6 Uhr morgens fahren vier Busse am Bahnhof vor und schaukeln uns über zahlreiche Serpentinen nach Silbertal. Im dortigen Feuerwehrhaus gibt es die Startunterlagen und diverse Goodies zur Selbstbedienung. Das Wetter - es regnet Strippen - ruft eher nach Kaffee und Kirschtorte statt Marathon, aber einen starken Kaffee gibt es im Feuerwehrhaus und der Regen hört pünktlich zum Start um 08:30 Uhr auch auf.

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Zunächst drehen wir eine Runde durch Silbertal, bevor auf den 18 km langen Anstieg zum Winterjöchle geht. Der Weg führt am Bach entlang, durch den Wald und über Almen. Ca. alle 4 km wartet eine mit Iso, Obst und Waffeln bestückte Verpflegungsstation auf hungrige und durstige Läufer. Auf einer Alm wird eigenes Quellwasser angepriesen. Das dortige Rindvieh hat schön glänzendes Fell, also probiere ich sofort. Die Landschaft wird offener und wilder, bei der Oberen Freschalpe wechseln wir vom Forstweg auf eine Pfad bzw. hüpfen über Steine, matschige Passagen und durch Bäche. Halbzeit. Es ist aber nirgends ausgesetzt, ein Fehltritt endet mit nassen Füßen oder im Kuhfladen. Trotzdem haben mehrere Posten der Bergwacht die Passage im Blick. Kurz hinter dem Langen See überqueren wir die Landesgrenze nach Tirol, halten einen kurzen Schwatz an der Verpflegung, machen Fotos und laufen dann das Tal hinunter. Führte die Strecke vor einigen Jahren noch relativ eben in einer Schleife nach St. Anton, so warten jetzt noch vier knackige, aber landschaftlich wunderschöne Anstiege ab km 30. Es geht über kleine Brücken, Holzstufen und über einen Wurzelpfad im Wald. Ein Spaziergänger begrüßt uns freundlich, erkundigt sich, wann wir denn losgelaufen seien. Sein Hund will uns eigentlich auch freundlich begrüßen, wendet sich aber angesichts von mittlerweile sechs Stunden Laufzeit und den am Vorabend genossenen Spaghetti aglio olio mit krauser Nase ab. Nachdem ein Streckenposten noch eine Kuh überzeugt hat, den Weg freizumachen, laufen wir in St. Anton ein. Während wir noch mit der Zielverpflegung beschäftigt sind, beginnt die Siegerehrung und Margarete ist zweite ihrer Altersklasse. Als Pokal gibt es eine große Kuhglocke, die einen Extrabeutel für die Heimfahrt erforderlich macht. Vorerst genießen wir aber noch den Abend und den nächsten Vormittag in St. Anton.

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Fazit: Familiärer Lauf ohne Gedränge in schöner Landschaft. Beim Marathon sind 1.600 Höhenmeter rauf und runter, vorwiegend auf Forstwegen, zu bewältigen. Die ca. 3 km am Winterjöchle und ein weiterer Abschnitt gegen Ende sind Trail. Außer dem Marathon sind eine 33km-Strecke (auch für Wanderer) mit Start in Silbertal und ein 16km-Einsteigertrail rund um St. Anton im Angebot. Gerne wieder!

 

 

 

 

 

 

 

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