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Le Triathlon de l’Alpe d’Huez

Am 25.7.2011 machten wir uns auf den langen Weg nach Alpe d’Huez, um unseren Urlaub dort zu verbringen. Warum macht man denn mitten im Sommer in einem Skiort Ferien? Weil es dort einen wunderschönen Triathlon geben soll, dessen Höhenprofil so ganz nach des Mannes Geschmack verläuft. Und weil Frau, wenn eh schon mal dort, nicht auf der faulen Haut liegen will, macht sie eben auch mit.

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26.7.: Ausgabe der Startunterlagen im Palais des Sports. Alles recht professionell, nur auf die Frage, welche Temperatur der See genau habe, gab es die vage Antwort „zwischen 14 und 17 Grad“, aber geschwommen wird auf jeden Fall. Immerhin Aggregatzustand flüssig... Auf der parallel stattfindenden Triathlonmesse erstand Mann sich noch die Schnellschnürung für die Laufschuhe, während Frau sich vergeblich nach einem unauffälligen E-Motor fürs Rennrad umschaute.

 

27.7.: Langdistanz, Start 9:30. Zu bewältigen hatte Mann 2,2 km Schwimmen, 115 km Radfahren und 22 km Laufen. Morgens hatte es 11 °C Lufttemperatur, 15,2 °C Wassertemperatur, Regen war erst für den Nachmittag gemeldet. Es dürften auch gerne ein paar Grad mehr sein, aber eine Windjacke in der Wechselzone und die Armlinge ins Trikot sollte reichen. Eine halbe Stunde vor Start wurde durchgesagt, dass bei dieser Musik, die gerade läuft, der Start erfolgt. Hä? Wird schon ein Startschuss geben und zumindest die letzte Minute sollte ja angesagt werden, dachte Mann...

Die Franzosen sind nicht gerade die Pünktlichsten, und weil noch von einem Vereinskollegen gewarnt, dass sie die ganze Meute ein paar Minuten im eiskalten Wasser zappeln ließen, bevor der Triathlon gestartet wurde, hat sich Mann etwas Zeit gelassen. Der Einstieg in den See war sowieso eng, um 9:29 schaute Mann auf die Uhr, ca. 30 % der Athleten waren im Wasser, und dachte: „ das geht nie pünktlich los“. Mann versuchte dann noch, am Ufer ein bisschen Richtung Startlinie vorzuwaten, als die 50 %, die schon an der Startlinie waren, plötzlich losschwammen. Egal, auf die 30 Sekunden sollte es heute nicht ankommen, blöd war nur, dass Mann mit seiner Schwimmleistung besser in der 2. Reihe hätte sein sollen, denn das Überholen war auf den ersten 200 m praktisch unmöglich. So kam Mann dann als 122. von 900 aus dem Wasser und wunderte sich, warum die Zuschauer Regenschirme aufgespannt haben. Zum Schutz gegen die Sonne leider nicht – hätte Mann doch besser die Regenjacke in der Wechselzone deponiert. Zunächst ging es 30 km meist leicht bergab, bis dann der erste Pass mit rund 1000 Höhenmetern zu erklimmen war. Da hörte der Regen dann auch kurz auf, Mann wurde es warm, Kette rechts, und links auf der Überholspur einordnen. Kurz vor der Passhöhe fing es wieder an zu regnen und hat dann für den Rest des Tages leider nicht mehr aufgehört. Auf den Abfahrten war es doch ziemlich frisch, der zweite Pass dann etwas einsamer und als es dann den finalen Anstieg nach Alpe d’Huez hochging, dachte Mann, er könnte noch ein paar Plätze gut machen. Auf halber Höhe musste Mann dann schlagartig feststellen, dass er trotz reichlichen Riegel- und Gelkonsums unterzuckert war. Die Kälte hat dermaßen Energie gezogen, dass Mann es schon schummrig vor Augen wurde und absteigen wollte. Mit ein  paar Riegeln und Gels (die bei 10 % Steigung gar nicht so leicht zu konsumieren sind) konnte er sich noch in die Wechselzone retten, musste aber noch ein paar Leute am Anstieg vorbeiziehen lassen. Platz 51 nach dem Radfahren war trotzdem gut und das Laufen ging erstaunlicherweise auch noch ganz passabel. Der Bergpfad war bei dem Regen etwas glitschig und in Runde 2 musste Mann nochmal einen längeren Boxenstopp zum futtern einlegen: die Helfer standen immer mit Getränken, die Mann gereicht wurden, so geschickt vor dem Stand mit dem Futter, dass Mann erst recht spät bemerkte, was es da noch so für leckere Sachen gab. Auch wenn Mann mit der Zielzeit von 7:05 die 7-Stunden Marke nicht ganz geknackt hat und er ein paar Tage später den Alpe d’Huez Anstieg 10 Minuten (!) schneller als im Wettkampf gefahren ist, war Mann doch sehr zufrieden: bei den Umständen (wirklich nicht sein Wetter) und der Konkurrenz war Platz 62 und AK 13 recht ordentlich.

Fazit: Regen, Regen, regen wir uns nicht auf. Sehr schöner, aber auch ziemlich harter Wettkampf, super Panorama (konnte Mann an den restlichen schönen Tagen genießen).

 

28.7.: Kurzdistanz, Start 14:00, Wetter: sonnig, 17 Grad. Frau musste nun 1,2 km Schwimmen, 30 km Radfahren und 7,3 km Laufen. Der See sollte angeblich, trotz des Regens am Vortag, auf wundersame Weise 0,8 Grad wärmer sein als bei der Langdistanz, also „mollige“ 16 Grad haben. Auf die gute Schwimmleistung setzend stellte Frau sich selbstbewusst in der zweiten Startreihe auf. Bis zum Start drängelten sich jedoch so viele Männer vor, dass Frau sich in der fünften Reihe wiederfand. Plötzlich schwammen alle los, Frau hinterher, obwohl sie weder einen Startschuss noch die Startmelodie gehört hat. Am Anfang war es sehr eng und es gab immer wieder unbelehrbare Schwimmer, die Frau in irgendeine Richtung abdrängen wollten, die nicht zur ersten Boje führte. Aber nach etwas Geprügel und kräftigem Beinschlag war der Weg frei. Frau stellte fest, dass es nicht zu ihren Lieblingsbeschäftigungen gehört, mit 1.200 Leuten gleichzeitig schwimmen zu gehen. Nach besagten 1,2 km im erfrischenden Nass ging es auf Platz 110 liegend aufs Rad, wobei der Ausstieg aus dem See im gefühlten 45-Grad-Winkel nach oben erfolgte. Für Frau ging der eigentliche Horror jetzt erst los: auf den flachen 15 Radkilometern zog sich ein so großes Starterfeld natürlich nicht auseinander, so dass es in einem Riesenpulk zum Aufstieg nach Alpe d’Huez ging. Da die Straße wieder nicht für den Verkehr gesperrt war, kann man sich vorstellen, wie es zugeht, wenn 3-5 Radfahrer nebeneinander + Autos bergauf + Gegenverkehr sich die Straße teilen sollen. Von wegen „ich fahre meinen eigenen Rhythmus“: entweder musste Frau langsamer fahren als sie wollte, weil sie nicht vorbeikam bzw. es sich vor ihr staute, oder sie musste schneller fahren, um eine kleine Lücke nutzen zu können. Dank der Nationalflaggen auf den Startnummern konnte Frau die rücksichtslos fahrenden Mitathleten in deren jeweiliger Landessprache beschimpfen. Auch die Verpflegungsstellen waren mit den Athletenmassen überfordert: Frau bekam nur durch frühzeitiges Rufen und durch den Spurt eines Helfers noch eine volle Radflasche gereicht, viele gingen leer aus. Als Frau endlich den Ort Alpe d’Huez errreicht hatte und wusste, dass es nun nicht mehr weit war, konnte sie auch wieder lächeln. Nun ging es in die Wechselzone und los auf die Laufstrecke: eine Runde bergig. Fraus Beine waren noch gut, denn sie hatte sich trotz aller Widrigkeiten ihre Kräfte am Anstieg gut eingeteilt. So sammelte sie frohgemut den ein oder anderen Athleten ein, der sich wohl auf dem Rad übernommen hatte, und finishte nach 2:56 Stunden als 563 bzw. 14. in der AK – leider zu spät, um noch ein Finishershirt in der passenden Größe zu bekommen, aber immerhin noch rechtzeitig, um das volle Programm der Zielverpflegung nutzen zu können.

Fazit: Glücklich gefinisht, macht Frau aber nie wieder! Zu viele Leute, zu lange bergauf!

 

 

Petra und Christian Hugel