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Challenge Walchsee: Rennbericht von Marius Hetterich

Die Challenge Walchsee in Österreich stand bei mir schon länger auf der Liste. Ein Triathlon im Herzen der Alpen, glasklares Wasser, eine tolle Radstrecke und eine Region, die spürbar Lust auf Ausdauersport hat. In diesem Jahr hat es endlich gepasst und so ging es für mich zur zweiten Mitteldistanz meiner Triathlon-Laufbahn nach Tirol.

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Das Wochenende war dabei nicht nur sportlich ein Highlight, sondern auch ein kleiner Kurzurlaub. Die Gegend rund um den Walchsee ist wirklich beeindruckend und schon bei der Anreise war klar: Das ist ein Ort, an dem Triathlon sehr gut hinpasst. Besonders angenehm war, dass ich im Hotel Das Walchsee direkt gegenüber vom Start übernachten konnte. Das hat den ganzen Ablauf mit Check-in, Material, Wechselzone und Rennmorgen deutlich entspannter gemacht.

Sportlich gab es schon vor dem Start eine Besonderheit: Die Radstrecke war wegen einer Baustelle auf 80 Kilometer verkürzt. Das war im Vorfeld bekannt und entsprechend gut planbar. Weniger planbar war dagegen die Wassertemperatur. Der Walchsee ist eigentlich bekannt für sehr gute Bedingungen, glasklares Wasser und normalerweise auch für ein Schwimmen mit Neoprenanzug. An diesem Wochenende wurden mit 25,8 Grad allerdings neue Höchststände erreicht. Damit war ziemlich früh klar: Das wird nichts mit Neo.

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Noch vor einem Jahr hätte mir das wahrscheinlich deutlich mehr Sorgen gemacht. Dieses Mal war es anders. Durch das regelmäßige Schwimmtraining beim TF Feuerbach war ich deutlich entspannter. Natürlich war klar, dass die Schwimmzeit ohne Neo etwas langsamer werden würde, aber es war kein Thema mehr, das mich vor dem Start groß belastet hat.

Um 8:55 Uhr ging es dann los. Das Schwimmen lief insgesamt ordentlich. Ich war in einer guten Gruppe unterwegs, bin aber immer wieder an anderen Athleten hängengeblieben und konnte mich nicht so richtig freischwimmen. Deshalb habe ich mich bewusst dafür entschieden, das Schwimmen eher konservativ anzugehen und nicht schon auf den ersten 1,9 Kilometern unnötig Kraft zu verlieren. Nach 46:16 Minuten ging es aus dem Wasser und weiter in die erste Wechselzone.

 

Auf dem Rad lief es dann richtig gut. Die 80 Kilometer haben sich von Beginn an kontrolliert und stabil angefühlt. Ich konnte kontinuierlich Plätze gutmachen und bin gut in meinen Rhythmus gekommen. Auch die Hitze war auf dem Rad noch gut zu managen, obwohl die Strecke fast komplett in der Sonne lag. Nach 2:35:54 Stunden auf dem Rad kam ich wieder in die Wechselzone. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich im Gesamtfeld bereits deutlich nach vorne gearbeitet.

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Der abschließende Halbmarathon war dann vor allem eine Frage der Einteilung. Bei rund 35 Grad und viel direkter Sonne war schnell klar, dass es nicht darum gehen würde, blind irgendeine Zielpace durchzudrücken. Ich bin bewusst in einem Tempo losgelaufen, das sich kontrolliert angefühlt hat, und habe an jeder Verpflegungsstelle kurz Tempo rausgenommen, getrunken und mich gekühlt.

Was dabei wirklich beeindruckend war: Die ganze Region hat den Wettkampf getragen. Überall standen Menschen an der Strecke, Familien hatten Gartenschläuche bereitgelegt, die Feuerwehr hatte Hydranten geöffnet und man wurde immer wieder mit Wasser abgekühlt. Gerade auf der Laufstrecke war das unglaublich wertvoll. Auf dem Rad war die Hitze noch gut auszuhalten, beim Laufen wurde es hinten raus dann aber schon zäh.

Trotzdem konnte ich den Halbmarathon in 1:38:39 Stunden laufen, mit einem Schnitt von 4:41 Minuten pro Kilometer. Am Ende stand eine Gesamtzeit von 5:09:43 Stunden auf der Uhr. Damit wurde ich 356. von 1.146 Startern und 63. in meiner Altersklasse M30-34. Besonders zufrieden bin ich damit, dass ich mich nach dem Schwimmen über das Rad und den Lauf kontinuierlich nach vorne arbeiten konnte.

Auch abseits des Rennens war das Wochenende besonders. Im Hotel und rund um die Veranstaltung hat man gemerkt, wie sehr der Triathlonsport dort gelebt wird. Zwei Zimmer neben mir war Sam Laidlow, der seine Freundin unterstützt und gleichzeitig seinen letzten Trainingsblock vor der Challenge Roth absolviert hat. Auch Frederic Funk war beim Frühstück immer wieder anzutreffen. Für jemanden, der selbst noch relativ neu auf der Mitteldistanz unterwegs ist, ist das natürlich schon eine besondere Atmosphäre.

In Summe bleibt für mich ein sehr schönes Wochenende: eine starke Veranstaltung, eine beeindruckende Region, harte Bedingungen und ein Rennen, mit dem ich sehr zufrieden sein kann. Die zweite Mitteldistanz hat wieder gezeigt, wie viel in diesem Sport zusammenkommen muss: Schwimmen, Radfahren, Laufen, Verpflegung, Kühlung, Geduld und der richtige Kopf am richtigen Tag.

Und genau das macht Triathlon am Ende so spannend.

 

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